(11) Botswana | Chobe National Park

Vier Tage Botswana, zwei davon werden zum Highlight dieser Reise, denn was wir im Chobe National Park erleben, übertrumpft alles bisher Dagewesene. Von atemberaubenden Tiersichtungen, neuen Freunden, Luxus und einer Leiche. Ja, richtig gelesen…

Das Wichtigste in Kürze:

  • Übernachtung:
    > 2 Nächte in der Chobe Bakwena Lodge in Kasane für ca. 600 € pro Nacht (alles inklusive!)
    > 2 Nächte in der Chobe Bush Lodge in Kasane für ca. 280 € pro Nacht (nichts inklusive!)
  • zurückgelegte Strecke:
    > von Namushasha bis zur Chobe Bakwena Lodge ca. 260 km (reine Fahrtzeit 3:15 Stunden, zusätzliche Zeit für den Grenzübertritt einplanen)
  • Tipps zum Grenzübertritt von Namibia nach Botswana:
    > gibt’s unten!

Tag 18 & 19: Goodbye Namibia, hello Botswana!

Die Nacht war genauso laut wie gestern, aber weil die Geräusche bekannt waren (und diesmal keine Reisegruppen-Teilnehmerin unerlaubter Weise unser Klohäuschen benutzt hat), haben wir ganze neun Stunden gut geschlafen; entsprechend sind wir um 5:30 Uhr mit der aufgehenden Sonne wieder fit. Nach einem schnellen Frühstück und einer letzten Camp-Dusche, brechen wir auf. Toyano kommt zum Abschied und fragt herzlich, ob es uns gefallen hat. Er hat uns gefallen, sehr gut sogar. Er spiegelt für uns das Namibia wider, das wir in Erinnerung behalten wollen: Hilfsbereit, offen, herzlich! Deshalb vermachen wir ihm unsere kompletten Reste an Essen, Drogerieartikeln, Camping-Equipment und sogar Manus alte Turnschuhe, die auch noch seine Größe haben. Darüber und über die beiden letzten Flaschen Bier freut er sich am meisten; die will er nämlich mit den Leuten aus seinem Dorf teilen. Unsere letzte gute Tat in Namibia und für unser Herz. Soviel Dankbarkeit, wie wir in den letzten 17 Tagen hier erlebt haben, können wir diesem Land gar nicht zurückgeben. Ein bisschen blutet uns das Herz, denn nun heißt es: Goodbye Namibia! Aber wo ein Ende ist, ist auch immer ein Anfang. Wir sind bereit für ein neues Abenteuer: Botswana here we come!

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Wie läuft ein Grenzübertritt von Namibia nach Botswana ab?

Hinweis: Wir sind an der Ngoma Bridge über die Grenze. 

  1. Ausreise aus Namibia: Ausfüllen des gleichen Formulars wie bei der Einreise. Wichtig: Stempel geben lassen!
  2. An der Schranke die Autodaten registrieren in einer von Hand geschriebenen Liste. Diese ähnelt den Listen, die man auch bei der Einfahrt in Nationalparks ausfüllen muss. Man braucht zusätzlich die VIN-Nummer (Chassis) des Autos und die Engine Number. Diese sollten auf dem Fahrzeugbrief des Vermieters stehen.
  3. Einreise in Botswana
    1. Passkontrolle. Dabei wird man gefragt, wie lange man bleibt und wo man übernachtet.
    2. Bezahlen der Gebühr für’s Auto. Für unser Auto aus Namibia haben wir 70 NAD bezahlt.
    3. Eintragen in die typische Liste (siehe Punkt 2) an Schranke 1 & 2 und das war’s! Welcome to Botswana!

Wir hatten keine Autodurchsuchung, wurden nicht gefragt, was wir an Board haben und mussten auch durch kein nasses Becken laufen, um unsere Schuhe zu desinfizieren. Man liest ja so mancherlei Horrorgeschichten über afrikanische Grenzübertritte und wir wissen, dass es auch anders laufen könnte. Wir können euch beruhigen, dass es aber eben auch den Fall gibt, bei dem alles super easy läuft! Dass es in der Tat mal etwas länger dauern kann, haben aber auch wir miterlebt. Vor uns bei der Passkontrolle war ein Familienclan mit vollbepacktem Kleinbus mit Riesenanhänger. Die hatten die Leiche ihres Opas an Board, der in Botswana beerdigt werden sollte und erstmal für tot erklärt werden musste. Die Frage war nur, wie…

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Kurzes Chaos & unbezahlbarer Luxus in Kasane

Als wir in Kasane unsere Hilde volltanken wollen (ja, es ist uns tatsächlich passiert, dass wir am Ende der Reise in Namibia an einer Tankstelle keinen Diesel mehr bekamen – siehe auch Tipps zum Autofahren in Namibia), weil der Camper ja heute Nachmittag hier abgeholt wird und vollgetankt sein muss, funktioniert der Funk für die Kartenlesegeräte nicht. Namibische Dollar nehmen sie nicht, US Dollar haben wir keine dabei und Botswanische Pula haben wir noch keine. Also ab zum ATM beim Einkaufszentrum nebenan, und der ist „Out of Service“! Na toll, also das hat in Namibia doch deutlich besser funktioniert. Wir fahren also erstmal zur Lodge, wo wir mit erfrischenden heißen Handtüchern und einem Jodelgruß (sie nennen es Ulurating oder so ähnlich) Welcome Home Sweet Home geheißen werden. Was für eine Begrüßung! Nach einer kurzen Einführung und Führung durch die kleine Lodge werden wir in unser River Chalet gebracht, dem es an nichts fehlt: Ein großes Himmelbett, das mehrmals am Tag mit frischen Blüten, Handtuchkreationen oder Schmuck für uns dekoriert wird, eine Indoor- und eine Outdoordusche, den Blick auf den Chobe River… Wunderschön und mit natürlichen Materialien transportiert es genau das, wofür es steht: Ecotourismus in Kombination mit dem Gefühl von Geborgenheit und Luxus. Hach, was freu ich mich auf die nächsten zwei Tage! Uns wird schon jetzt jeder Wunsch von den Lippen abgelesen…und Geld für’s Tanken bekommen wir auch erstmal. Diese Atmosphäre hier macht uns den Abschied von Hilde relativ leicht, wir hatten tolle Abenteuer miteinander, aber jetzt ist Zeit für etwas Neues, für uns, fürs Genießen und fürs Verwöhnen lassen.

Eine Liebeserklärung an die Chobe Bakwena Lodge

Diese zwei Tage werden herrlich, abenteuerlich, luxuriös und atemberaubend. Wir lernen zwei wundervolle Kanadier kennen, mit denen wir viel Spaß haben und über Kloschüsseln und Dreikippfenster in Deutschland lachen, viel guten Wein trinken und über das Leben sinnieren. Die Krönung ist wohl aber unser Tourguide Max, der seinen Job nicht nur versteht sondern mit vollem Herzblut und einem unglaublichen Talent für’s Offroad Fahren abrundet. Bei der Boatcruise zum Sunset sind wir das letzte Boot auf dem Wasser, haben ein gähnendes Nilpferd und ein Krokodil aus nächster Nähe fotografiert und den wohl schönsten Sonnenuntergang unseres Lebens. Aber lasst euch einfach selbst verzaubern:

Krokodil Botswana
Das erste Krokodil am Chobe River.
Krokodil Botswana
Smile until you have teeth: Dieses Exemplar ist um einiges größer und zeigt Zähne. So wird die Körpertemperatur kontrolliert.
Krokodil Chobe National Park
Genug reguliert, jetzt wird in der Sonne gechillt. An Land sind Krokodile (in der Regel!) nicht im Jagd-Modus, dazu nutzen sie das Versteck unter Wasser. Aber…Ausnahmen bestätigen die Regel.
Nilpferd Chobe River National Park
Na, wer linst denn da aus dem Wasser? Eine kleine Hippo-Familie.
Hippo Botswana Chobe River
Wow, wenn man das sieht, kann man sich schon vorstellen, warum Nilpferde zu den Tieren gehören, die auf Safari die meisten Menschen töten, oder?
Nilpferd an Land
Und am Abend sieht man sie auch mal an Land: Nilpferde beim Essen.
Nilpferd am Chobe Fluss
Wunderschöne Landschaft und noch ein Nilpferd am Chobe Flussufer.
Vögel beobachten Chobe
Auch für Vogelfans ist der Chobe National Park ein echtes Highlight.
Kranich am Chobe River
Ein Kranich und im Hintergrund die ersten Büffel.
Büffel am Chobe River
Denn wo Wasser ist, sind auch Wasserbüffel nicht weit.
toter Elefant Botswana
Traurig, gehört aber auch zum Kreis des Lebens: ein toter Elefant am Chobe River.
Affen Botswana
Und auf die lieben Äffchen ist halt Verlass, die sind überall. Auch wenn dieser hier etwas skeptisch ist, was wir da machen.
Waran Botswana Reptilien
Am Flussufer trifft man auch auf große Warane.
Giraffe am Chobe River
Einzelgänger: eine Giraffe im Chobe National Park
trinkende Giraffe Chobe
Immer wieder herrlich mit anzusehen: eine trinkende Giraffe am Chobe Fluss.
Chobe River Sunset Cruise
Dieser Sunset Boat Cruise hält, was er verspricht.
Sunset Chobe River Boat Cruise Bakwena
Afrika Liebe <3

Bei den morgendlichen und nachmittäglichen Game-Drives durch den Chobe Nationalpark durchkämmen wir stundenlang diese atemberaubende Landschaft zwischen roter Wüste, üppiger Vegetation und entlang des grünen, weiten Flussufers; sitzen im offenen Jeep inmitten einer Büffelherde mit mehr als 500 Tieren, lassen Elefanten-Clans direkt vor uns die Straße überqueren, blicken tief in die Augen zweier Löwen und staunen immer wieder über unseren Max, der abartig gut weit entfernte Tiere sieht und so unglaublich viel über diese Tier- und Pflanzenwelt erklären kann. Noch dazu bugsiert er uns super sicher durch jegliche Straßenverhältnisse, in denen an diesen beiden Tagen (der Trockenzeit!) sehr viele Ranger mit ihren Jeeps regelmäßig stecken bleiben. (Aus unserer Sicht also definitiv kein Park zum Selberfahren und auch bei der Auswahl der geführten Touren bzw. Lodges sollte man lieber nicht am falschen Ende sparen!). 

Löwe Löwin Botswana
Der frühe Vogel…sieht die Raubkatzen! Um Löwen, Geparde, Leoparden zu sehen, sollte man möglichst früh gleich nach Sonnenaufgang auf Safari gehen.
Elefanten am Wasserloch Chobe
Heute Morgen treffen wir auch auf ein kleines Elefanten-Rudel am Wasserloch.
Baby Elefant Botswana
Elefanten sind überaus fürsorglich und beschützen ihr Kalb.
Elefanten und Rappenantilope Chobe
Im Hintergrund wartet eine der seltenen Rappenantilopen, bis die Elefanten ihren Durst gestillt haben und sie an der Reihe ist.
Elefanten auf Straße
Elefant von Links: Als wir weiterfahren, kreuzen weitere Elefanten unseren Weg.
Baby Elefant mit Mutter
…und weitere, Groß und Klein…
Elefant Botswana Afrika
Und zum Schluss das -nach der Leitkuh- stärkste Tier.
Schakal Afrika Chobe
Zu heiß, nix wie weg hier…
Adler Greifvogel Botswana
Ein edler Adler in den Baumkronen.
Zazu Vogel Botswana
Ist das etwa Zazu von König der Löwen?
Marabu Botswana Afrika Vögel
Typisch für den Chobe National Park: Marabus.
Büffel am Wasserloch
Kleine Büffelherde am Wasserloch im Chobe National Park
woran erkennt man männliche und weibliche Büffel
Abkühlung gefälligst? Wusstet ihr eigentlich, dass männliche Büffel nicht nur Hörner sondern diese Art „Helm“ wie das Exemplar im Hintergrund haben?
woran erkennt man männliche und weibliche Büffel
Plötzlich stehst du im offenen Safari-Jeep inmitten einer Büffelherde mit knapp 500 Tieren.
Büffelherde im Chobe National Park
Fühlt sich an, als würde man zur Herde gehören.
Büffel männlich und weiblich
Hier sieht man wunderbar den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Büffeln.
Abkühlung im Schlammloch. Durch den feuchten Matsch schützen sich die Büffel vor der Hitze.
Waran mit Beute
Dieser Waran hat sich einen Frosch zum Mittagessen gesichert.
Alligator Botswana
Bereit für die Jagd. Dieses Krokodil macht sich auf den Weg ins Wasser.
Schildkröte Chobe National Park
Wusstet ihr, dass es in Botswana auch Schildkröten gibt? Hier ist leider keine mehr zuhause.
MC Donalds Antilopen Botswana
In Botswana nennt man Impalas auch den Bush Mc Donalds wegen des Ms auf ihrem Hinterteil und weil sie (fast) jedem Raubtier schmecken. Dabei sind die Jungtiere so süß, oder?
Chipmunk Botswana
Klein aber fein. Es sind nicht nur die großen Tiere, die beeindrucken.
Elephants Botsuana
Heute ist unser Tag der Elefanten.
Group of elephants
Elefant Skelett
Auch das war mal ein Elefant. Übrig geblieben ist sein Skelett.
drinking bathing elephant
So gefallen sie uns besser: Elefanten Frühstück … oder Dusche?
Elefanten Familie
Dann den Rest der Elefanten-Familie zusammentröten…
Wie viel fressen Elefanten?
…und dann frühstücken. Elefanten fressen nämlich seeehr viel!
Warnsignal aggressive Elefanten
Herde beschützen und checken, wer uns da beobachtet: Aufgestellte Ohren sind ein erstes Warnsignal eines Elefanten, der sich bedrängt fühlt. Wenn er dann noch trötet, sollte man schleunigst den Rückzug antreten.
Elefanten Familie mit Baby
Familien Porträt im Chobe National Park
Afternoon Game Drive Elefanten Chobe River
Ein (fast) letztes Elefantenbild aus Botswana.
teilzeittravels Safari
…das ist nun aber wirklich das letzte. Ein Selfie musste auch sein.
Safari Crew
Unsere Safari Crew: mit Sarah und Jason aus Kanada beim Sundowner, der im Übrigen immer auch irgendwo im Park an einer vermeintlich sicheren Stelle stattfindet.
Baboons Chobe
Erschreckend wie ähnlich uns die Affen sind bzw. wir ihnen und wie filigran ihre Hände sind.
Baby Affe Botswana
Neugieriges Kerlchen… Hi, Little Dude!
Affen spielen in Botswana
Ein echter Affenzirkus!
Affen lausen sich
Körperpflege wird groß geschrieben bei den Primaten.
Affen Baby am Baum
Lieblings-Affe
Löwen Botswana Chobe National Park
Zwei Highlights zum Schluss: der König der Tiere, genau genommen zwei davon.
Wildhunde Wild Dogs Botswana
Und ein Rudel gefährlicher Wild Dogs – die skrupellosesten Jäger der Savanne.
Wild Dogs Afrika
Wild Dogs fressen ihre Beute bei lebendigem Leib. Kaum vorstellbar, dass sie zu den gefährdeten Tierarten gehören.
Road Conditions Chobe National Park
Zum Abschluss noch ein Bilder zum Thema Fahren im Park: viel Soft Sand und verwinkelte Wege. Toll war, dass man die Frontscheibe unseres Jeeps wegklappen konnte. Perfekte Foto-Bedingungen.
Steckenbleiben Chobe National Park
Gehört regelmäßig zum Bild im Chobe National Park: Selbst erfahrene Ranger bleiben regelmäßig stecken. Daher empfehlen wir NICHT selbst zu fahren.
selbst fahren im Chobe National Park
Da müssen alle mit anpacken. Oder Ausschau halten, falls sich etwas Tierisches nähert.
Büffel Schädel mit Horn
Sonst endet man womöglich wie dieser Büffel.
Sonnenuntergang Chobe National Park
Das typische Bild zum Abschluss: gute Nacht, Botswana!

Tag 20 & 21: Zweiter Stopp in Kasane: die Chobe Bush Lodge

Als wir nicht nur Sarah und Jason verabschieden müssen, sondern auch uns von Bakwena, blutet unser Herz. Die nächsten zwei Nächte verbringen wir am anderen Ende von Kasane in der Chobe Bush Lodge, weil bei Bakwena nichts mehr verfügbar war. Unsere Safari-Erlebnisse der letzten beiden Tage waren so atemberaubend, dass wir beschließen, die kommenden Tage dazu zu nutzen, am Pool zu chillen und unser Gepäck zu sortieren. Vor unserem Drop-Off bringen wir Team Kanada an den Fluss zum Grenzübergang nach Sambia. Von hier blickt man auf vier Länder: Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe. Ein Maschendrahtzaun trennt Botswana, wo wir uns aktuell befinden, von Simbabwe. Dass der nicht bis zum Wasser vor reicht, macht es tatsächlich möglich für kurze Zeit auf beiden Ländern zu stehen. Das ist einfach verrückt, in Afrika ist alles möglich!

Auf den ersten Blick ist Botswana, sofern wir das an vier Tagen (und nur) in Kasane überhaupt beurteilen können, irgendwie weiterentwickelt als Namibia. Die Menschen sind auch sehr nett, kommunikativ und neugierig. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir jeweils zwei Nächte in sehr teuren Unterkünften verbracht haben und sich Botswana durch die hohen Preise auch den Massentourismus vom Hals halten will, aber unser Kellner hier hat ein besseres Handy als ich und erzählt uns, dass er gerne dieses Apple-Phone hätte, aber er den Preis echt unverschämt findet. In Strohhütten lebt er wohl auch nicht, denn selbst in Kasanes Vororten stehen Häuser aus Stein und Beton. Vielleicht versucht man aber hier auch einfach nach außen hin, den Luxusurlaubern ein besseres Bild zu bieten, wir wissen es nicht. Tiefer eingetaucht sind wir in dieses Land leider nicht, zu kurz die Zeit…. wir müssen wohl wieder kommen!

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