(10) Tierisch gut: 2 Tage in Jasper. 2 echte Bären.

Zweimal einen echten Bären in freier Wildbahn erleben? Plus einen Waipiti-Hirsch? Über zwei tierisch gute Tage in Jasper mit vielen unglaublichen Wildlife-Sichtungen, einem Gipfelsturm und einem Besuch am Fuße des höchsten Berg der Rockies. Zwei Tage, an denen Herzenswünsche erfüllt und Albträume wahr werden. Was passiert ist? Read and find out!

Tag 12: Eine Elchkuh, ein Bär, zwei Bären!

Letzte Nacht war stürmisch und regnerisch, die Luft ist noch immer feucht, draußen ist es kalt und klamm. Heute fühle ich mich echt eklig und ich sehne mich nach einer Dusche. Mein Trockenshampoo richtet es mal wieder und ich frage mich, ob fettige Haare irgendwann von allein aufhören zu fetten. Ich blicke in den Spiegel in unserem kleinen Bad und finde mich wider Erwarten gar nicht so schlimm. Hab ich womöglich schon eine gestörte Selbstwahrnehmung? So langsam gefällt mir der Gammellook.
Wir verlassen den Matsch-Overflow und fahren zum Maligne Lake. Heute entdecken wir die Highlights des Jasper National Parks. In einer Stunde Fahrt erleben wir Regen, Nebel, Sonnenschein. Das Klima in den Bergen ist einfach unberechenbar. Vor Ort kostet eine Bootsfahrt zur berühmten Spirit Island 65 Dollar, die spinnen doch. Aufgrund des unbeständigen Wetters und weil hier die Schwaben in uns durchkommen, entscheiden wir uns stattdessen für eine kleine Wanderung. Der Mary Schäffer Loop führt teils am See entlang und dann durch den verlassenen Wald. Auf einer Lichtung entdecken wir eine Elchkuh. Anmutig trocknet sie ihr nasses Fell in der Sonne. Sie hört wie wir ihr näher kommen und stellt gewarnt ihre Ohren auf. Immer auf der Hut. Wir beobachten sie aus der Ferne, sie soll sich nicht bedroht fühlen von uns. Und Manu freut sich wie ein Schneekönig, dass er extra ein Fernglas gekauft hat und es endlich zum Einsatz kommt.

Maligne Lake
Maligne Lake

Maligne Lake Alberta

Auf dem Rückweg nach Jasper stoppen wir beim sehr mystisch und auch irgendwie gruselig aussehenden Medicine Lake. Der in verschiedenen Grüntönen schimmernde See versickert jeden Herbst und ist aktuell mit Schmelzwasser aus den Bergen gefüllt. Die Umgebung ist komplett abgebrannt – durch einen Blitzschlag im Juli 2015. Erst 9 Tage nach dem Einschlag brach aufgrund von starken Winden das Feuer aus und es dauerte 10 Tage, bis man es unter Kontrolle brachte. Übrig geblieben sind verkohlte Baumstämme, die wie Mahnmale und schwarze Nadeln in den nebligen Himmel ragen. Horrorfilm-Stimmung vom Feinsten. Am Seeufer entdecken wir noch ein Seeadler-Nest – leider sind die Vögel aber ausgeflogen. Naja, nach der Elchkuh…man kann ja nicht alles haben. Außerdem haben wir ja noch was vor: auf ins Valley of the Five Lakes!

Medicine Lake Alberta
Medicine Lake

Ein Bär, ein echter Bär in der kanadischen Wildnis – ein kleiner Exkurs

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Bären sehe?

  • Ja, es ist wahr: Es leben echte Bären in den Rocky Mountains und es besteht eine sehr reelle Chance ihnen wirklich zu begegnen! Vor allem, wenn sie frisch aus dem Winterschlaf erwachen und auf Futtersuche sind. Ja, unglaublicher Weise begegneten wir sogar zwei Bären. An einem Tag! (siehe unten)
  • Auch in echt sehen sie zum Knutschen und Knuddeln aus – wie kleine, liebe Teddybären eben. ABER: Das sind sie nicht. Sie sind wilde Tiere und jedes Tier hat sein eigenes Temperament und seine eigene Laune. Daher ist eine Bärenbegegnung unberechenbar. Sie müssen nicht, können aber für den Menschen sehr gefährlich werden.
  • Deshalb gilt immer und grundsätzlich: Nötigen Abstand wahren, das Auto im Zweifel nicht verlassen! Sie werden (nur bzw. vor allem) dann gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlen.
  • Wenn man ihnen zu Fuß beim Wandern begegnet, möglichst ruhig verhalten und in jedem Fall den Rückzug antreten. Man liest oft davon, dass man Krach machen und sich laut verhalten soll. Auch wir haben uns bei Abfahrt in Vancouver ein Bärenglöckchen gekauft und es an unseren Wanderrucksack gehängt. Auch die nette Omi am Helmcken Falls Trail, die immer schön in ihre Trillerpfeife gepustet hat, schwörte auf die Krachmach-Prophylaxe. Bei allen Bärenbegegnungen waren wir aber froh, in der Nähe des Wohnmobils zu sein und können das mit der Lärmabschreckung keinesfalls bestätigen. Auto-Motoren und grölende Touristen (auch die gab’s leider…) haben weder den Grizzly noch den Schwarzbären interessiert. Im Zweifel macht es den Bären nur noch aggressiver.
  • Wenn an einem Hiking Trail oder Campground eine akute Bärenwarnung ausgesprochen wird, nehmt sie ernst! Denn im Zweifel leidet nachher der Bär, der -wenn er zu oft in die Nähe von Menschen kommt-, nicht immer mehrere Hundert Kilometer weiter weg wieder ausgewildert, sondern bei mehrmaligem Rückkehren auch erschossen werden kann.
  • Deshalb unbedingt auf den Campgrounds immer schön alles in die vorhandenen Bärenboxen oder ins Wohnmobil verstauen – über Nacht nichts draußen liegen lassen. Das gilt nicht nur für Essen, sondern auch für Hygieneartikel und sonstige Camp-Accessoires.
  • Eine Möglichkeit zur Absicherung beim Wandern sind sogenannte Bärensprays – aber dazu haben wir keine eigenen Erfahrungen gemacht (Gott sei Dank) und wollen daher keine Meinung abgeben.
  • Was denn nun? Krach machen, groß machen oder doch ruhig verhalten und Rückzug antreten? Einen sehr guten Überblick über Verhaltenstipps mit Bären in Kanada bietet, wie wir finden, diese Seite hier: Bear Encounters in the Canadian Rockies

 Wie unterscheidet man einen Grizzly/Braunbär von einem Schwarzbären?

  • Der wichtigste Fakt dazu: Die Fellfarbe ist irrelevant. Ein Schwarzbär kann durchaus auch braunes Fell haben. Das macht das Ganze gar nicht so einfach. Wenn man aber ein paar Tricks kennt, dann kann man die Merkmale für einen Grizzly oder Schwarzbären gut erkennen.

Ein Grizzly:

  • hat einen Höcker im Nacken,
  • ein eher dreieckiges Gesicht, wenn man ihn frontal betrachtet mit kleinen runden Ohren,
  • eine Mulde zwischen Stirn und Nase
  • und besitzt größere Tatzen und längere Krallen als Schwarzbären (was wiederum sicher nur dann ersichtlich wird, wenn man einen direkten Vergleich hat.)
  • Mit Bild erklärt es sich einfacher – schaut daher einfach mal durch die Bildergalerie weiter unten :-).

Ein Schwarzbär:

  • hat keinen Höcker,
  • und ein eher rundes, geradliniges Gesicht ohne markante Ecken. Alles fließt ineinander über.

Kurz vor dem Wanderparkplatz sehen wir auf der Landstraße ein Auto mit Warnblinker stehen. „Sicher wieder ne Elchkuh, lass uns anhalten,“ freue ich mich und fummel aufgeregt das große Objektiv auf die Kamera. Als wir rechts ranfahren, können wir unser Glück kaum fassen: es ist ein zimtfarbener Grizzlybär, ca. fünf Meter von uns entfernt, der in aller Seelenruhe unter den Steinbrocken nach Futter sucht. Was für ein hübsches Wesen! Kaum zu glauben, dass das ein wildes Tier sein soll. „Ich würde ihn am liebsten knuddeln, der sieht doch aus wie ein Teddybär,“ schwärme ich mit dem Blick aus dem Fenster. Gemütlich wackelt er ab ins Gebüsch. „Ich glaube, wir fahren lieber ganz schnell weiter, bevor du noch auf komische Ideen kommst,“ lacht Manu.

Grizzlybär

Grizzly Kanada
Grizzlys haben längere Krallen und größere Tatzen als Schwarzbären.

Grizzly bear

Grizzly looking for food
Was gibt’s denn hier Leckeres?
Kanada Bär
Hier sieht man schön den typischen Grizzly-Höcker im Nacken – ein Erkennungsmal zur Unterscheidung zum Schwarzbären.
Kanada Bären Rocky Mountains
Die Farbe ist im Übrigen KEIN Erkennungsmerkmal. Auch Schwarzbären können braunes Fell haben.
Braunbär Grizzly Kanada
Die kleine Mulde zwischen Stirn und Nase ist ein weiteres Erkennungsmerkmal für Grizzlybären. Beim Schwarzbär ist das Gesicht eher geradlinig rund.
Jasper Bär Grizzly
Die Form des Gesichtes eines Grizzlys ist von vorne betrachtet fast dreieckig und die Ohren sind klein und rund.
Alberta Canada Brown bear
Hier sieht man nochmal schön den Grizzly-Buckel.

Als wir in der Picnic Area des Wanderparkplatzes am Valley of the Five Lakes in der Sonne sitzen, einen Kaffee trinken und einen Bagel essen, verdrängen wir den Gedanken, dass da in unmittelbarer Umgebung ein echter Grizzly spazieren läuft.

Picknick unter Bären
Picknick unter Bären

Gerade als wir den knapp 5 Kilometer langen Trail starten, zieht eine schwarze Wolkenfront auf und Donnergrollen ertönt.  Wir sind weit und breit die einzigen Menschen im Wald, pünktlich am ersten der fünf Seen fängt es wie aus Kübeln an zu regnen. Na herzlichen Glückwunsch, das war ja mal wieder Timing! Wir laufen im Stechschritt in einer Stunde den Trail ab. Ich glaube, so eine Kondition hab ich selten an den Tag gelegt. So schnell wie wir sind, brauchen wir definitiv keine Angst vor Bären haben.

Valley of the Five Lakes Trail
Valley of the Five Lakes Trail
Valley of the Five Lakes
Auch ohne Sonne und bei Regen strahlend, smaragdgrüne Farben

Ironie an – Herzlichen Dank an den Wettergott – Ironie aus, denn gerade als wir komplett durchnässt und Manu bis zum Hals mit Dreck verspritzt an unserem Siggi ankommen, hört der Regen auf und die Sonne kommt raus. Ne oder? Nichts wie ab zum Campground, jetzt ist echt ne Dusche fällig. Und da passiert das Unfassbare: Kurz vor der Abzweigung zum Campingplatz in Jasper stehen wieder zwei Autos am Straßenrand. „Noch ein Bär?“ „Ach Quatsch, wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit innerhalb von drei Stunden zwei Bären…. – noch ein Bär!“ Dieses Mal ist es ein schwarzer Schwarzbär, er ist komplett durchnässt und ich würde ihn am liebsten trocken föhnen! Das ist sowas von unglaublich! Er lässt sich überhaupt nicht durch die mittlerweile vielen Autos beirren. Wir fragen uns, warum man Krach machen soll im Wald, um Bären abzuschrecken, wenn nicht einmal Automotoren ihre Aufmerksamkeit wecken…

Schwarzbär Kanada
Ein schwarzer Schwarzbär – ohne Höcker, regennassem Fell und mit geradlinigem Gesicht.
Black bear in Jasper NP
Hungrig oder neugierig?
Schwarzbär Kanada
Schwarzbär Kanada

Am überdimensional riesigen Whistler Campground in Jasper werden wir beim Einchecken darauf hingewiesen, dass derzeit zwei Grizzlys und ein Schwarzbär in der Area sind und absolute Vorsicht geboten ist. All clear, wir wissen Bescheid. Zwei von den Dreien haben wir ja schon gesichtet. Unsere Site liegt direkt am Ende des Campgrounds am Waldrand, das ist ziemlich aufregend mit all den Tieren hier. Frisch geduscht (oh mein Gott, es fühlt sich so unglaublich gut an!) setzen wir uns ans Feuer. Mein Mann ist der Beste, denn er schafft es sogar im (ja schon wieder) Regen Feuer zu machen. Dank einer Markise können wir trotzdem draußen sitzen und die Wildnis vor den Toren der Stadt genießen. Aufgeregt beobachte ich den Wald. Wer weiß, vielleicht beobachtet uns der Grizzly gerade auch.

Manu macht Teig für Stockbrot, sein Opa wäre als ehemaliger Bäcker unglaublich stolz auf ihn, denn es schmeckt super lecker.

Stockbrot Teig
Stockbrot nach Opa Schorsch
Stockbrot vom Lagerfeuer
Stockbrot vom Lagerfeuer – mit selbst geschnitztem Grillstecken

Die Katastrophe

Als wir uns für ein Selfie mit unserem Drink und dem Stockbrot ans Feuer drapieren, um den Abschluss diesen perfekten Tages festzuhalten, passiert das, was nie passieren darf: unsere Kamera schmiert ab! Die SIM-Karte meldet einen Fehler und kann keine Bilder mehr anzeigen. Ich flippe aus, ausgerechnet uns passiert das! Ich, die für die Südafrika-Reise damals einen ganzen Blogpost dem Thema Bildersicherung auf Reisen geschrieben hat. Wir waren zu nachlässig und das ist die Retourkutsche. Payback is a bitch. Innerlich zerrissen versuche ich Manu zu beruhigen: die Erinnerungen sind auch in unserem Kopf und in unserem Herzen. Und die nimmt uns keiner mehr. Aber insgeheim könnte ich heulen. Womit haben wir das verdient?

Tag 13: Alle guten Dinge sind J wie Jasper

Die SD-Karte ist immer noch tot, die Stimmung heute Morgen leicht getrübt. Gott sei Dank haben wir eine zweite mit. So können wir überhaupt noch Bilder schießen. Die Impressionen der Bären und Elchkühe sind weg… Das Trübsal ist nicht von langer Dauer, denn als wir schweigend das restliche Stockbrot vom Vortag zum Frühstück vertilgen, jagen sich vor unserer Nase zwei Squirrels einen Baum nach dem anderen hoch.

Eichhörnchen in Kanada Squirrel
Der kleine Kerl beobachtet uns jedenfalls nur kurz und verschwindet wieder in den Wald!

Bei so viel Lebensfreude muss man ja positiv in den Tag starten. Für uns heißt das heute erstmal dumpen und fresh water auffüllen – nach den letzten Tagen in der Pampa ist das Frischwasser komplett leer. Während Manu unser Abwasser „abführt“, sauge ich ein paar Sonnenstrahlen auf. Dass drei Meter hinter mir gerade Fäkalien ins Nirvana verschwinden, ignoriere ich gekonnt. Die auf mich zulaufende Elchkuh-Herde dann allerdings nicht mehr. Wow, wo kommen die denn her? Es sind bestimmt fünf Mütterkühe mit Kälbern. In sicherer Entfernung drehen sie ab (ein bisschen komisch wurde es mir grad schon) und pilgern ins Gebüsch. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Kuh und Pferd in der Größe eines Kamels. Wie versteinert starre ich ihnen nach und überlege, ob ich zuhause schon jemals irgendein Tier dieser Größe in der freien Wildbahn gesehen habe. Habe ich nicht. Was für eins auch?!

Elchkuh mit Kalb Kanada
Elchkuh mit Kalb – direkt am Whistler Campground im Jasper NP
Elchkuh Jasper Kanada
Kleiner Exkurs: die „Elk Cow in the Canadian Rockies“ ist keine Elchkuh wie wir sie kennen. Beim Zeigen unserer Bilder entstanden mit einem Tierfanatiker in unserem Freundeskreis hitzige Diskussionen darüber. Auf Deutsch hieße die Elchkuh also korrekterweise Wapiti Hirschkuh – wie wir über Google zuverlässig bestätigen haben lassen. 🙂

Heute fahren wir mit der Jasper SkyTram auf den Whistler Mountain, nach 7,5 Minuten Gondelfahrt erreichen wir die Bergstation. Nach der verregneten Nacht hängt der Gipfel im Wolkensud und genervt über die schlechte Sicht, frage ich mich ernsthaft, ob ich mir den 1,5 km langen, sehr steilen Aufstieg geben soll. Wozu denn? Man sieht hier oben ja gefühlt nichts – nur Wolken, Wolken, Wolken. Das ist doch unfair. Man Petrus, nach der Aktion mit unserer Kamera hätten wir echt mal ein bisschen Sonne verdient! Während ich vor mich hin brummelnd nach oben quäle, lernen wir einen Mexikaner kennen, der mittlerweile in Edmonton lebt und mich mit seinen netten Fragen so ablenkt, dass wir schneller oben ankommen als gedacht. Seine Frau wartet auf ihn im Café an der Bergstation, weise Entscheidung, kluge Frau. Gerade als ich schwer schnaufend beginne, sie zu beneiden, dass sie sich diese Tortur erspart hat, zieht über mir die Wolkendecke auf. Ein Zeichen, Petrus hat mich erhört und ich schäme mich schon fast, als der Nebel und die Wolken nach und nach die Sicht auf die Bergketten der Rocky Mountains und auf Jasper freigeben; und mit ihr meine Glücksgefühle. Das ist so unglaublich beeindruckend, so schön, so weit und so groß! In 2285 Metern Höhe über den Wolken vergessen wir sogar unser SD-Karten-Problem. Wir rätseln, welcher Gipfel zu welchem Berg gehört und welcher grün-türkise See welcher ist. Gar nicht so einfach, wenn man sonst direkt davor steht…

Jasper Skytram
Aufzug gen Himmel: Jasper Skytram
Bergstation Whistler Mountain
Die letzten Wolken verziehen sich und machen den Blick frei auf die Bergstation Whistler Mountain
Whistler Mountain
Zwischen Berggipfeln, Schnee, Sonne und Wolken
Gipfelstürmer Whistler Mountain
Gipfelstürmer auf dem Whistler Mountain mit Blick auf die umliegenden Rocky Mountains

top of Whistler mountain

top of Whistler mountain Jasper NP
Rundumsicht – auf der Suche nach dem höchsten Berg. Wo steckst der Mount Robson?
Mount Robson view from Whistler Mountain
Ist er das?
Mount Whistler Jasper Skytram
Jedenfalls herrscht klare Sicht in alle Richtungen!
Bergwanderung Whistler Mountain Jasper
Peak Trail
Lac Beauvert in Jasper
Farbenparadies – da müssen wir hin!

Einer leuchtet ganz besonders, da müssen wir hin. Unbedingt! Ein Pika reißt bzw. pfeift mich aus meinen Tagträumen. Wir brechen auf zurück zur Bergstation, und mit der Gondel zurück ins Tal, wo sich mittlerweile auch die Sonne breit gemacht hat. Wir haben herausgefunden, dass der traumhaft leuchtende See Lac Beauvert heißt und zur Fairmont Jasper Park Lodge gehört. Als wir ankommen, flitzt ein Golfcart an uns vorbei und an den noblen Bungalows kehrt ein Mitarbeiter die Holzwände ab. Hui, wo sind wir denn hier gelandet? Dürfen wir hier überhaupt sein oder ist das alles nur für Luxushotelgäste? Wir fragen und wir dürfen! Wir leihen uns für eine Stunde ein Kanu aus und sind die einzigen Paddler auf dem glasklaren, wunderschönen, 7 Grad kalten See, der als übergroßes Inkpot übrigens auch durch das Grundwasser gespeist wird. Weil sich die 23 Grad Lufttemperatur nach den letzten Tagen im Schnee wie eine Hitzewelle anfühlt, baden wir quasi in Sonnencreme – aus Angst vor einem Sonnenstich und Verbrennungen auf dem Wasser! Das ist der bisherige Hitzerekord unseres Urlaubs.

Lac Beauvert
Lac Beauvert

Lac Beauvert Jasper

Lac Beauvert Jasper NP
Kleine Pause gefällig?
Kayaking Lac Beauvert Fairmont Hotel
Keine Pause – Kayak steht auf dem Programm!

Kayaking Fairmont Hotel Jasper

Lac Beauvert green colours
Diese Farben!
Jasper NP lake
Unbeschreiblich schön!
Oh Canada!
Oh Canada!
Fairmont Hotel Bar and Restaurant Jasper
Man gönnt sich ja sonst nichts.

In der Hotelbar gönnen wir uns einen Cocktail mit Maple-Syrup – Nationalgetränk und Grundnahrungsmittel in Kanada-  und drei unterschiedliche Dips mit Tacos, Brot und klar – Selleriestängel (ein bisschen amerikanisch sind sie ja dann doch, die Kanadier). Frisch gestärkt flitzen wir weiter zum Mount Robson. Am Fuße des höchsten Berges der Rocky Mountains bin ich ein bisschen enttäuscht, das sollen fast 4000 Höhenmeter sein? Alles eine Frage der Perspektive.

Mount Robson

Mount Robson
Alles eine Frage der Perspektive: Mount Robson – der höchste Berg Kanadas

Der Weg bis zu unserem heutigen Ziel Clearwater besteht zu 98% aus Wald. Wald, Wald, Wald. Wenn das Sprichwort „Man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr“ einen Ursprung hat, dann garantiert hier. Vereinzelt tauchen kleine Ortschaften auf – wer um Himmels Willen lebt denn hier? Menschen mit einem Faible für alte Autos, stelle ich schnell fest. Oldtimer-Friedhöfe im Garten sind hier wohl eine Art Statussymbol. Irgendwie cool. Wir fahren in die Seitenstraße, um ein Bild zu knipsen. „Sag mal, hier schießen die Bewohner von Häusern in einsamen Gegenden aber nicht gleich um sich, nur weil sich Fremde nähern, oder?“ – „Wir sind ja nicht in Amerika!“ Hoffen wir’s…

Oldtimer Kanada
Einsamkeit in den Rocky Mountains: Oldtimer-Friedhof in the middle of nowhere!
Noch mehr "Middle of Nowhere"
Noch mehr „Middle of Nowhere“

Heute Nacht schlafen wir am North Thompson River Campground  direkt am Flussufer. Wir grillen bis in die Nacht hinein Hamburger auf dem Firepit und irgendwo weit entfernt tobt ein Sommergewitter. Life is good! Und Canada is calling!

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