Namibia – Botswana – Simbabwe | eine Herzensreise nach Afrika

Heute in 23 Tagen geht unser Flieger. Wir starten in ein neues Abenteuer, ein Abenteuer, das so viel mehr für uns bedeutet, als alle anderen Reisen. Es ist nicht nur die Aufregung, die Vorfreude und der Respekt vor einer neuen Outdoor-Camping-Herausforderung. Es ist eine Herzenssache, ein gemeinsamer Lebenstraum. Warum?

Warum also Namibia?

Ich werde niemals diesen Moment vergessen, als wir 2014 am letzten Tag unserer 2,5-wöchigen Südafrika-Rundreise in unserem kleinen Guesthouse in Kapstadt am Pool lagen. Es war unsere erste Begegnung mit dem schwarzen Kontinent, unsere erste Afrika-Erfahrung. Ich schrieb die letzten Seiten meines Reisetagebuchs und Manu blätterte in einem großen Bildband, den er aus dem Bücherregal im Frühstücksraum geholt hatte. Während ich nochmal über meine Notizen las, passierte etwas Seltsames in mir. Ich konnte gar nicht mehr in Worte fassen, was wir in diesen 16 Tagen alles erlebt hatten, diese Reise war eine emotionale Achterbahnfahrt.

Reisen ist wie Achterbahnfahren

Kennt ihr dieses Gefühl nach einer Achterbahnfahrt? Während man ansteht, macht man sich vor Aufregung fast in die Hose und fragt sich, ob man wirklich einsteigen soll. Wenn man dann in den Sitz gedrückt langsam nach oben gezogen wird, spürt man den Puls am ganzen Körper. Was passiert, wenn dieser Bügel doch nicht hält? Und dann? Dann bleibt keine Zeit mehr nachzudenken. Es geht alles so schnell, es fühlt sich wild, gefährlich und wunderbar an. Am Ende steigt man aus, die Knie zittern, das Herz schlägt bis zum Hals und am liebsten würde man die ganze Welt umarmen!

Danach ist alles anders – Afrika verändert dich!

Meine Knie schlottern nicht, an diesem Nachmittag in Cape Town. Mein Herz schlägt aber heute noch bis zum Hals, wenn ich an diesen Moment denke. Afrika macht etwas mit mir. Genauso wie damals, als ich mein Travel Diary zu gemacht und mich nervös zu Manu umgedreht hatte: „Und? Was meinst du jetzt? Nachdem wir mit einem Opel Corsa auf Safari gefahren sind und es fast nicht mehr zurück nach Johannesburg schafften, weil alle Straßen geflutet waren. Nach dieser Nacht in unserer Lodge irgendwo im Nirgendwo, in der wir dachten, wir würden in der südafrikanischen Savanne vom tobenden Gewitter erschlagen oder von einem Nilpferd im übertretenden Wasserloch vor unserem Zimmer gefressen werden; oder nachdem wir neben einem Löwenrudel im offenen Jeep stecken blieben und nicht mehr rauskamen? Weißt du noch, wie du vorsichtig an der Brandung standest, um herauszufinden, warum das Meer an diesem eigentlichen Traumstrand in Port Elizabeth pink gefärbt war und wir später gelesen haben, dass es giftige Algen waren? Erinnerst du dich an die Kellnerin in Sabi Sands, die sich einfach vor mich hinsetzte, während du mir den Nacken massiert hattest, und ich mich plötzlich ganz lächerlich und klein fühlte, weil ihr Rücken ein hartes Brett vom vielen Arbeiten war? Wir haben Menschen kennengelernt, die nichts haben und Geschichten gehört von Elend, Gewalt und Armut, die wir sonst nur aus Filmen kennen. Was meinst du nun zu Südafrika, Schatz?“ Mein Herz raste, als ich gespannt auf Manus Antwort wartete. Er klappte den Bildband zu, die roten Dünen Namibias leuchteten mir entgegen und er grinste mich an, wahrscheinlich mit demselben glücklich-dämlichen Grinsen, das ich in diesem Augenblick hatte: „Ich hab schon die Route ausgearbeitet für den nächsten Afrika-Trip. Da fahren wir dann von Windhoek aus los, durch die Kalahari runter bis nach Kapstadt. Nur diesmal nicht mit einem Opel Corsa, sondern mit einem richtigen Auto mit Allradantrieb. Und dann werden wir auch ein Nashorn sehen. Irgendwo in Afrika. Versprochen!“

Bald geht’s los

Nun, vier Jahre später, ist es soweit. Mit einem Allrad-Camper mit Dachzelt fahren wir los; von Windhoek in Richtung Kalahari; auf der Suche nach einem Nashorn. Denn das wurde uns als einziges Tier der Big Five in Südafrika bisher verwehrt. Statt bis nach Kapstadt hinunter machen wir den Schlenker aber gen Norden und Osten. In der Etosha Pfanne, dem Caprivi-Streifen, in Botswana stehen die Chancen auf eine Rhinozeros-Sichtung besser als in Kapstadt.  Neben oder vielleicht auch wegen all diesen emotionalen Grenzerfahrungen, die wir auf unserer Südafrika-Reise 2014 nämlich erlebt haben, überwiegt bis heute dieser Achterbahnfahrt-Moment. Afrika entfacht ein Gefühl in uns, das mit Liebe, Dankbarkeit und purem Glück zu tun hat. Eine Freundin sagte einmal: „Afrika macht etwas mit dir: Entweder du verliebst dich aus tiefstem Herzen oder es passiert gar nichts. Ein Dazwischen gibt es nicht. Und dieses Licht, es leuchtet nirgends sonst so auf der Welt wie in Afrika.“ Ich musste selbst nach Afrika reisen, um zu begreifen, dass sie mit dem Licht nicht die Sonne meinte. Sie hatte so recht.

Jetzt freuen wir uns. Auf die Herzlichkeit und die ehrliche Freude der Menschen, die so viel weniger zu haben scheinen als wir und von denen wir doch so viel bekommen und lernen können. Sie lehrten uns, uns wieder drauf zu besinnen, worauf es im Leben ankommt und dass davon nichts, rein gar nichts, materiell ist. Und auf atemberaubende Landschaften, gutes Essen, gastfreundliche Menschen und diese Momente auf Safari; die Kraft eines Löwen, die sanftmütigen Augen eines Elefanten, die Gelassenheit eines Bullen in seiner Matschmulde und die Leichtigkeit der Antilopen… unbezahlbar! Lasst uns daraus lernen und uns wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren! Lasst jeden Tag ein Stückchen mehr von Afrika in unseren Alltag!

Denn schon Ernest Hemingway sagte: „Ich kann mich an keinen Morgen in Afrika erinnern, an dem ich aufgewacht bin und nicht glücklich war.“

Kleine Anmerkung:
Nein, ich hatte zur Abwechslung mal keine Sinnkrise oder ein traumatisches Erlebnis, ich will auch nicht die Welt retten oder ab sofort minimalistisch in kommerzieller Enthaltsamkeit leben. Ich gönne mir auch weiterhin mal eine teure Handtasche oder das 23. Paar Schuhe, obwohl ich es nicht brauche (Schuhe braucht man grundsätzlich sowieso immer und ja, ich habe natürlich mehr als 23 Paar Schuhe…) Aber wenn sich jeder einfach eine kleine Scheibe afrikanische Leichtigkeit, Behutsamkeit und Herzlichkeit abschneiden würde, dann könnten wir diese Welt vielleicht nicht retten, aber zumindest ein kleines bisschen besser machen.

 

3 Kommentare Füge deinen hinzu
  1. Hallo, Ihr Zwei!
    Ich kann Eure Vorfreude und Aufregung sehr gut nachvollziehen! So geht es mir auch immer, wenn ich mich auf ein exotisches Ziel eingeschossen habe (aktuell bei mir Kirgistan, Tajikistan, aber das ist noch so verdammt lange bis Juli 2019!!!).

    Ich bin mir sicher, daß Euch Namibia/Botswana noch mehr beeindrucken wird als Südafrika, alles viel wilder und weiter da.
    Ein Tipp, da Ihr unbedingt ein Nashorn sehen wollt:
    In der Kalahari werdet Ihr wohl keins finden, aber im Etosha stehen die Chancen gut, wobei in der beginnenden Regensaison auch wieder weniger. Wenn Ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dann schaut, ob Ihr Mt. Etjo Private Game Reserve einplanen könnt. Das Gebiet ist riesig, aber die Ranger kennen die besten Orte. Wir haben 5 Nashörner zu Gesicht bekommen, eins hat sogar fake-Attacken auf unseren Jeep gefahren.

    Gute Reise
    Christian
    https://www.aconcagua.de/tipps-namibia-roadtrip/

    1. Toll!! Danke für den Tipp mit dem Nashorn! Wir hoffen ja, dass uns die Regenzeit nicht allzu hart trifft…dafür haben wir ein Händchen (Rekordüberschwemmungen in Südafrika und so ;-)) – wir werden berichten!

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