Packliste für 3,5 Wochen Afrika | Camping, Safari, Luxus

Wir packen unseren Koffer und nehmen mit… Was braucht man für eine 3,5-wöchige Afrika-Rundreise durch Namibia, Botswana, Simbabwe? Für ein Outdoor-Abenteuer im Camper mit Dachzelt, für Tage und Nächte an der Küste, in der Savanne und in der Wüste? Für Safari-Fahrten und Abende am offenen Feuer, aber auch für den krönenden Abschluss in einer Luxuslodge? Und dann die große Frage: Wie soll all das in einen Koffer mit maximal 20 kg passen? Oder sollte man für so einen Trip doch lieber Backpack statt Koffer packen? Und was ist eigentlich mit Malariaprophylaxe – ja oder nein?

„Ich hab nicht mal für jeden Tag eine Unterhose,“ starre ich entsetzt den riesen Stapel an Boxershorts und Socken an, der neben Manus Koffer liegt. Man muss dazu vielleicht wissen, dass Manu damals, 2014 in Südafrika, sage und schreibe drei Paar Socken dabei hatte, weil er dachte, ich hätte die restlichen für ihn eingepackt. Seither ist das Thema Socken ein sehr brisantes, wenn wir unsere Koffer für größere Reisen packen… Ich bin ganz schlichtweg überfordert. Denn eigentlich fliegen wir im November in den afrikanischen Sommer; da sind 40 Grad keine Seltenheit. Aber beim Campen kann es abends auch schnell mal frisch werden; und in den Moskito-Malaria-Risikok-Gebieten sollte man ja doch eigentlich lange Sachen tragen… Was packen wir also in unsere Koffer?

Was braucht man nun wirklich für 3,5 Wochen Afrika-Rundreise im Camper mit Dachzelt?

Grundsätzlich gilt: Informiert euch bei eurem Camper-Verleih, was an Equipment inklusive ist. Entscheidet dann, was ihr zusätzlich braucht und entsprechend mitbringen oder vor Ort selbst kaufen müsst. Wir mussten z.B. Schlafsack und Leintuch für die Matratze im Dachzelt selbst mitbringen.

Packliste für Namibia, Botswana, Simbabwe

  • Sonnenschutz: Kopfbedeckung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, z.B. Ladival LSF 50
  • Anti-Moskito-Spray. Wir haben hier ein Experiment gestartet und eine Flasche No-Bite mit 50% DEET von Deutschland aus mitgebracht und das Spray Peaceful Sleep vor Ort gekauft. Peaceful Sleep mit etwas weniger DEET-Anteil war überall absolut ausreichend, roch einigermaßen neutral und war angenehmer auf der Haut als No-Bite. Wir haben uns zusätzlich die Creme für Gesicht und Hals gekauft, damit wir uns nicht aus versehen in die Augen sprühen. So würden wir es jederzeit wieder machen.
  • einen Dry-Pack (z.B. von Sea to Summit) als wasser-, sand-und blickdichte „Verpackungshülle“ für Kamera und Handys im Fahrerraum, wenn’s staubig wird.
  • Stirnlampe und/oder kleine Taschenlampe.
  • Handtücher: am besten Mikrofaser-Handtücher verwenden, die sind leicht, klein und trocknen schnell. Wir haben welche von Bahidora und sind damit sehr zufrieden, weil sie zum Einen superschnell trocknen und auch noch angenehm auf der Haut sind.
  • Birkies (die gehen nämlich auch mit Socken und halten sohlentechnisch einiges aus!) und Flipflops für die Hitze und für’s Duschen in nicht ganz so barfuß-tauglichen sanitären Anlagen
  • bequeme Wander- oder Laufschuhe, um Dünen zu besteigen, Bushwalks und kleine Wanderungen zu unternehmen. Hier gibt es häufig Diskussionen über knöchelhohe Schuhe wegen der Schlangen und Skorpione. Wir haben uns bewusst gegen dicke, klobige Wanderstiefel entschieden und stattdessen beschlossen, beim Auftreten ein bisschen aufzupassen. Auf der ganzen Reise haben wir genau eine einzige Schlange gesehen: eine giftgrüne Baumschlange, die hinter’s Holz verschwand, bevor wir sie überhaupt wirklich wahrnehmen konnten. (Die Dünen haben manche übrigens sogar barfuß oder sockig bestiegen…) Wir hatten meistens Flipflops oder Birkies an, wobei wir auch zugeben müssen, dass wir einige fiese Stacheln in den Schuhsohlen (und einmal auch im Fuß) hatten, die die Flipflopsohle nicht ausgehalten haben!
  • Kamera mit großem Objektiv, Stativ, Ladegerät, Putztuch und/oder -pinsel (gegen viiiiel Sand!), zusätzlichem Akku und einer zusätzlichen Speicherkarte. Überlegt euch außerdem, wo und wie ihr eure Bilder während der Reise sichern könnt und wollt. Denn uns ist es in Kanada passiert, dass plötzlich die Kamera abgeschmiert ist. Kein schönes Gefühl! Wir sichern die Bilder über die WiFi Funktion unserer Kamera auf unsere Handys, da die eine große Speicherkarte haben.
  • Action-Cam inklusive allem Zubehör für coole Aufnahmen während der Offroad-Fahrten, für Bootsfahrten oder Action-Events wie Quadbiken in Swakopmund.
  • USB-Ladekabel mit Zigarettenanzünder für’s Auto zum Aufladen von Kamera-Akkus, Handys usw. während der Fahrten.
  • Musik für’s Auto – der Radioempfang ist ohne Übertreibung miserabel!
  • Fernglas – für die Tierbeobachtung unbezahlbar!
  • Schweizer Taschenmesser – zum Butterbrot schmieren, zum Flaschen öffnen, zum Schneiden, Schnitzen und um sich im Notfall gegen böse Tiere zu verteidigen (Manu kennt unzählige Argumente für dieses Universal-Utensil!)
  • …das gleiche gilt für Panzertape und Kabelbinder!
  • Wäscheleine und Wäscheklammern. Das wollten wir eigentlich vor Ort kaufen, fanden es aber nicht. Und natürlich ging es auch ohne, aber ab und an hätte man doch gerne sein Handtuch an einer sauberen Leine aufgehängt und wegen des Windes auch festgemacht.
  • Für den Kulturbeutel: Neben den üblichen Dingen, die man (wirklich!) braucht, nehmen wir auf Camper-Reisen gerne Trockenshampoo und einen großen Pack feuchte Tücher mit. Wenn mal kein fließend Wasser zur Hand ist, kann man sich so schnell und einfach frisch machen oder zwischendurch mal „Hände waschen“.
  • Reiseapotheke: Das muss natürlich grundsätzlich jeder selbst entscheiden. Wir fahren immer und vor allem, wenn wir abseits der Zivilisation reisen, lieber die sichere Variante und sind für gewisse Fälle gewappnet. Denn meistens ist es ja wie mit einem Regenschirm. Hat man ihn dabei, braucht man ihn nicht. Aber wehe man lässt ihn zuhause…  Daher haben wir immer mit dabei: Ibuprofen Schmerztabletten, Nasenspray (es gibt nichts Schlimmeres als einen Langstreckenflug mit einer verstopften Nase!), etwas gegen Magen-Darm-Beschwerden, Elektrolyte um im Notfall den Nährstoffhaushalt wieder aufzupäppeln, Blasen- und normale Pflaster, Antiseptikum und etwas gegen Blasenentzündung für Miri.
  • Je nach Jahreszeit und Klima natürlich entsprechende Kleidung. Hier gilt wie immer:
    So viel wie nötig, so wenig wie möglich und immer nur das, was man wirklich für die Reise und die geplanten Aktivitäten braucht! Ihr braucht keine Wanderschuhe einpacken, wenn ihr sowieso nicht vorhabt, wandern zu gehen. Und auch nicht dieses eine paar Sandalen, das man noch nie anhatte, weil sie zwar total schön aber eigentlich unbequem sind. Ihr werdet sie auf einer Reise auch nicht anziehen!
    Was unserer Meinung nach nie schadet sind: eine Regenjacke, eine Fleece-Jacke für kalte Momente, Outdoor-taugliche Klamotten, Badehose/Bikini, bequeme Outfits für längere Autofahrten, und gut kombinierbare und leichte Hosen und Shirts in unterschiedlichen Längen. Im Speziellen für unseren Afrika-Trip haben wir darauf geachtet, helle Kleidung mitzunehmen (die mögen wohl die Moskitos nicht so gern, was wir nicht bestätigen können, denn die juckt das die Bohne, welche Farbe man anhat!) und uns ein leichtes Wüstenhemd mit UV-Schutz gekauft, das modisch super hässlich ist, aber wirklich nützlich war. Etwas befremdlich waren uns dann doch die Reisegruppen, die vom Scheitel bis zur Sohle komplett in beige gekleidet waren und wir haben uns überlegt, warum man eigentlich wirklich helle Klamotten mitnehmen soll. Wir sind letztlich zu dem Entschluss gekommen, dass der einzige Effekt dieser Tarnkleidung darin liegt, sich von den knallbunt gekleideten Locals abzugrenzen. Und ob das in dem Fall positiv ist, lassen wir mal dahin gestellt…
  • …und last but not least: ein paar mehr als 3 paar Socken und Unterhosen. Das geht auch, macht aber nicht so viel Spaß. Wir schauen immer, dass es ca. für die Hälfte der Reise reicht, damit wir maximal ein- bis zweimal waschen müssen.

Noch zwei kleine Hinweise zum Schluss:

  1. Denkt bei der Kleiderauswahl daran, dass die Sachen mit Schwitzen, Sonnencreme, Sand, Staub und vor allem Anit-Moskito-Mitteln einigen Strapazen ausgesetzt sein werden. Verzichtet also besser auf empfindliche Materialien oder irgendwelche Designerteile!
  2. Wenn ihr Schuhe oder Kleidung habt, bei denen ihr sowieso mit dem Gedanken spielt, sie auszusortieren, nehmt sie mit! Da tut der Rotweinfleck am Lagerfeuer nicht weh, und auch nicht, wenn sich Farbe löst, weil man das Anti-Moskito-Spray zu dicht aufgesprüht hat. UND: Man kann sie gegen Ende der Reise den Einheimischen schenken. Diese Dankbarkeit in den Augen der Menschen…unbezahlbar!

Was wir vor Ort gekauft haben

  • Anti-Moskito-Mittel von Peaceful Sleep zum Einsprühen und Eincremen (siehe oben)
  • Anti-Moskito-Raumspray für die Fahrerkabine im Auto nach einer Nacht mit vielen Moskitos. Es gibt nichts Ätzenderes, als loszufahren und von einer Moskito umschwirrt zu werden. (Doch; von vielen Moskitos!)
  • Anti-Moskito-Spiralen. Die helfen wirklich super und wir haben manchmal eine auch in unser Waschhäuschen gestellt, um nachts oder früh morgens stichfrei auf’s Klo gehen zu können
  • Reiseadapter für umgerechnet ca. 1 Euro (gibt es in jedem gut sortierten Supermarkt). Hier gibt es für Namibia nämlich wohl drei Varianten bei Universal-Reiseadaptern und unsere beiden zuhause, haben nicht funktioniert.
  • Zip-Beutel und/oder Plastikdosen – für offene Lebensmittel oder wenn was übrig geblieben ist.

(Habt ihr Interesse an einer Einkaufsliste für Lebensmittel? Dann lasst es uns über die Kommentare wissen!)

Malaria-Prophylaxe ja oder nein? Ein heikles Thema

Warum wir darüber schreiben? Ganz einfach deshalb, weil man fast nirgends etwas dazu findet und in Facebook-Gruppen und Afrika-Foren die Gefahr eines Shitstorms läuft oder kommentarlos gelöscht wird (diese Erfahrung mussten wir zumindest machen). Natürlich sind auch wir KEINE Mediziner und unsere Erfahrung ersetzt NICHT eine professionelle Beratung durch einen Arzt oder das Tropeninstitut. Dennoch wollen wir euch von unserer persönlichen Erfahrung berichten. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er mit dem Thema umgehen möchte. Ein Arztbesuch ist im Übrigen sowieso unabdingbar, da die Tabletten für eine mögliche Prophylaxe verschreibungspflichtig sind und auch je nach Reiseziel und Malaria-Art auch ein entsprechend unterschiedliches Medikament bzw. Wirkstoff nötig ist.

Grundsätzlich gibt es drei Optionen:

  1. Malaria-Prophylaxe – heißt: Man nimmt die Tabletten vorsorglich ein, kurz bevor, während man in das Risiko-Gebiet reist und mindestens 7 Tage danach.
  2. Medikamente auf Stand-By mitnehmen und erst im Falle einer Erkankung einnehmen.
  3. Beim Auftreten der Symptome zu einem Arzt vor Ort gehen und sich dort behandeln und medizinisch versorgen lassen. (Was aber wohl kein Mediziner in Deutschland empfehlen wird…)

Für alle drei Optionen gilt:

Vorsorge ist die beste Prophylaxe; das heißt: unter Moskitonetzen schlafen, abends und nachts lange, eher helle Kleidung tragen, keine parfümierten Shampoos, Cremes oder Parfüms verwenden und sich stattdessen gut mit Anti-Moskito-Mittel einsprühen. Das gibt es für die Haut und für die Kleidung.

Dann hängt die Auswahl der Option von folgenden Faktoren ab:

  • Wann ist die Reisezeit?
  • Wohin reist ihr genau und wie ist die Risikolage dort? Das erfahrt ihr tatsächlich beim Tropeninstitut oder beim Reisemediziner am zuverlässigsten.
  • Wie werdet ihr reisen? Im Camper mit Dachzelt ist man den Biestern mehr ausgeliefert als in Gästehäusern oder Lodges, die i.d.R. alle mit Moskitonetzen ausgestattet sind – was aber nicht bedeutet, dass man dort fahrlässig sein sollte!
  • Nehmt ihr sonstige Medikamente ein oder habt Unverträglichkeiten? Sprecht auf jeden Fall mit eurem Arzt darüber!

Und das haben wir gemacht:

Wir waren nach der Recherche im Internet und tausend gelesenen Meinungen auch beim Arzt, haben uns reisemedizinisch beraten lassen (Impfungen sind übrigens auch ein Thema!) und die verschiedenen Optionen durchgesprochen. Da wir zur beginnenden Regenzeit reisen (mehr Moskitos!), beide keine Allergien oder Unverträglichkeiten gegen die Wirkstoffe haben und eine gewisse Etappe unserer Reise durch hochriskantes Gebiet fahren, haben wir uns letztlich für eine Prophylaxe entschieden. Warum? Ganz einfach deshalb, weil wir nicht bei jedem Stich hysterisch drauf warten wollen, ob wir Fieber bekommen. Uns wurde geraten, die Tabletten zu einer fettigen Mahlzeit einzunehmen, möglichst immer zur gleichen Zeit. Weil Frühstück bei unserer Reise auch mal kleiner oder ganz ausgefallen ist, haben wir uns für den Abend entschieden, da wir abends immer unsere Hauptmahlzeit essen. Die Verträglichkeit war bei uns beiden sehr gut, wir hatten keinerlei Nebenwirkungen und fühlten uns auch bei dem ein oder anderen Moskitostich (Jaaa, sie stechen auch trotz immer Einsprühen usw.!) gut geschützt. Die Nebenwirkungen haben wir übrigens bewusst einfach nicht angeschaut, sonst hätte Miri sicherlich gleich Durchfall vor Aufregung bekommen.

Reisetasche, Koffer oder Backpack?

Mit welchem Gepäckstück sollte man durch Afrika reisen? Wir haben einen Camper mit Double-Cab gebucht. Das heißt, der ursprüngliche Plan war, dass unser Gepäck auf der Rückbank im Fahrerraum lagern sollte. Der Hartschalen-Koffer von Manu fiel daher gleich weg, denn den auf einem Autositz praktikabel aufzumachen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Für Miri war ihr Backpack ein Tick zu klein und weil sie sich sowieso eine neue Reisetasche gekauft hatte, war klar, dass wir den ultimativen Test starten: Manu mit Backpack, Miri mit Reisetasche.

Das Ergebnis:

Letztlich konnten wir das Gepäck NICHT auf dem Rücksitz lagern, da wir keine verdunkelten Scheiben hatten und unser Vermieter aus Sicherheitsgründen tunlichst davon abgeraten hatte, überhaupt auch nur irgendetwas sichtbar dort liegen zu lassen. Also wanderten beide Gepäckstücke mit in den blickdichten Alukasten auf unserer Ladefläche. Dort war alles verstaut: vom Kochtopf, über Kühlschrank, Ersatzreifen, Essenskiste, Wagenheber, Camping-Tisch und eben unsere persönlichen Sachen. Wir mussten Backpack und Reisetasche also viel hin- und her hieven und nach vorne ziehen, um etwas herauszuholen. Entsprechend waren beide Gepäckstücke gleich praktisch. Dass wir keinen richtigen Hartschalenkoffer dabei hatten, darüber waren wir definitiv froh. Denn hier galt: Je leichter umso besser! Je kleiner umso handlicher!

Und was meint ihr? Seid ihr jetzt gewappnet für euren Roadtrip? Haben wir noch etwas vergessen oder habt ihr Fragen? Schreibt uns gerne in die Kommentare!

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