(6) Kalbarri | Silvester in Australien

Ab nach Kalbarri! Die Temperaturen steigen, das Jahr neigt sich dem Ende. Wir erleben eine atemberaubende Küste, streifen das Outback und bekommen eine Ahnung vom roten Zentrum Australiens. Die Highlights? Eine Silvesterparty in Flipflops, das berühmte Nature’s Window, das erste Känguru aus der Nähe und eine Quadbike-Safari durch die Wildnis!

Das Wichtigste in Kürze:

  • Übernachtung:
    > in einem Apartment, das es wohl leider nicht mehr gibt (hoffentlich nicht wegen uns…)
  • Things-to-do:
    > Die Kalbarri Coast entlang fahren und über die gewaltige Natur staunen.
    > Den Kalbarri Nationalpark und das berühmte Nature’s Window anschauen und über noch mehr gewaltige Natur staunen.
    > Quadbike-Safari durch das Outback
  • Nice-to-know:
    > Silvester ist in Australien (zumindest in Kalbarri) um 0.30 Uhr zu Ende.

Tag 8 – It’s getting hot in here!

Wieder wache ich zusammen mit der Sonne auf. Ich muss zugeben, ich schaff es zwar nicht alleine hoch ins Bett und suche noch nach dem perfekten Abstieg, aber schlafen kann ich echt gut in unserem Gigi. Nur eben nicht lange. Ich finde aber: lange genug. Denn ich bin bereit für einen neuen Tag und ein neues Abenteuer! Helden sind noch nicht vom Himmel gefallen, also machen wir uns erstmal ein ausgiebiges Frühstück. Heute weihe ich meine Traveltoilet ein – schon jetzt das Highlight des Tages. Wer sich das Prinzip überlegt hat, schaut wohl gerne im Klo nach seinem Geschäft, denn die Tüten sind transparent! Zwischen Lachanfällen und Stinkbomben kommt zu allem Überfluss genau in dem Moment, in dem ich vor dem Camper sitze, der Ranger vorbeigefahren. Aber jetzt ist es zu spät und so bleibt mir nur, mir den Camping-Stuhl als Sichtschutz vor‘s Szenario zu halten. Naja, was bleibt mir da zu sagen außer: No worries, mate! Hier gibt es ja Müllcontainer. Wir werden im Laufe der Reise noch feststellen, dass wir uns hier mit einer Müllentsorgung direkt am Campground glücklich schätzen konnten…

Kalbarri Coast – eine Küstenstraße aus dem Bilderbuch

Über die wunderschöne Küstenstraße bahnen wir uns den Weg zu unserem heutigen Ziel: nach Kalbarri. Die verschiedenen Lookouts peilen wir nach Zufallsprinzip an, aber jeder einzelne ist das Anhalten wert. Ein bisschen erinnert die rötliche Felssteilküste mit einigen Formationen, wie z.B. der Natural Bridge, an die Great Ocean Road im Süden Australiens.

Natural Bridge Kalbarri Coast
Natural Bridge Kalbarri Coast
Kalbarri Küste
Beeindruckende Küste auf dem Weg nach Kalbarri
Küste Westaustralien
Kalbarri Felsküste
Wo ist Miri?
Kalbarri Küstenstraße
Top Tipp: Immer genügend Wasser dabei haben!
Rote Felsküste Westaustralien
Ausläufer des roten Outbacks? Die Felsformationen rund um Kalbarri sind atemberaubend.
Kalbarri Westküste
Wo ist Manu?
Kalbarri rote Felsen
Ja, wo ist er denn?
Allrad Camper Westküste Australien
Unser Gigi bringt uns überall hin.
Wandern Westaustralien
Der Weg ins Nirgendwo
Palme in Westaustralien
Palme oder…?
Banksia gelbe Pflanze Westaustralien
Die Banksia ist eine der typischen Pflanzen in der westaustralischen Vegetation.

Je nördlicher wir kommen, umso roter und imposanter wird die Küste, desto heißer die Temperaturen und sengender die Sonne. Das ist der Beginn der Outback-Hitze. Willkommen in Kalbarri! Weil wir Kalbarri zum Jahreswechsel fix eingeplant hatten, haben wir uns hier von zuhause aus ein Apartment gemietet. Eigentlich wären wir, wäre unser Flug nicht verschoben worden, ja schon ein bisschen länger im Camper unterwegs und dachten, wir gönnen uns zum Feiertag ein bisschen Luxus. Bei den Temperaturen freuen wir uns aber auch schon nach nur zwei Nächten Wildnis heute auf fließend Wasser. Unser Apartment ist super modern, kühl und sauber. Wir laden aus und schwingen uns erstmal unter die Dusche, die letzte eine gefühlte Ewigkeit her. Und da stehen auch schon Caren und Alex vor der Tür. Die Freunde von Freunden von uns machen derzeit eine 3-monatige Weltreise und nachdem wir uns Anfang des Jahres zufällig in Thailand getroffen haben, haben wir es tatsächlich geschafft, unabhängig wieder zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu sein und daher beschlossen, ganz absichtlich und unzufällig Silvester zusammen zu verbringen. Weil die beiden heute Vormittag schon im Kalbarri Canyon im Nationalpark waren, beschließen wir, das jetzt noch am Nachmittag zu machen. Also nichts wie los, damit wir vor Sonnenuntergang wieder raus sind.

Kalbarri Canyon & Nature’s Window

Das berühmte Nature‘s Window ist wirklich atemberaubend und wir haben das Glück, dass außer uns nur ein einziges weiteres Pärchen da ist. Das verleiht diesem Ort etwas Mystisches und unglaublich Einzigartiges. Der Ausblick nach unten auf den Fluss, surreal. Plötzlich bewegt sich weit unten am Ufer etwas. Ist das etwa…das ist doch nicht…doooch! Unser erstes richtiges Känguru! Das ist so cool. Wir sitzen hier und beobachten es eine gefühlte Ewigkeit, wie es futtert, badet und spazieren hüpft und müssen uns losreißen, damit wir es noch zum Z-Bend Lookout schaffen.

Kalbarri Canyon Nationalpark
Schon von Weitem sehr imposant: der Kalbarri Canyon Nationalpark
Kalbarri Schlucht
Am Rande des Abgrunds: Blick auf die Kalbarri Schlucht
Murchison River
Blick auf den Murchison River
Känguru Kalbarri Canyon
Und während wir da so die Aussicht genießen, kommt aus dem Nichts ein Känguru angehüpft.
Wandern im Kalbarri Canyon
Wir waren am späten Nachmittag, aber grundsätzlich gilt immer: Genügend Trinkwasser mitbringen!
Rote Felsen Kalbarri National Park
Diese Landschaft verschluckt uns förmlich.
Natures Window
Und hier das obligatorische Bild am Nature’s Window im Kalbarri Nationalpark
Ausblick vom Natures Window
Was für ein Ausblick!
Ausblick vom Natures Window Kalbarri
Was für ein Anblick! 😉
Things to see Westaustralien
Wir können nicht genug bekommen vom Nature’s Window in Westaustralien
Kalbarri National Park Westaustralien
…ok, ein letztes noch!
Termitenhügel
Was sind das für seltsame Sandberge? Termitenhügel!
Z-Bend Lookout Kalbarri
Definitiv einen Abstecher wert: der Z-Bend-Lookout im Kalbarri NP

Dieser Canyon ist wirklich unglaublich schön und vielfältig. Schade, dass wir am Schluss wirklich durchwuseln müssen, damit wir es vor Sonnenuntergang zum Auto zurückschaffen. Aber bei Dunkelheit will man hier nicht bleiben. So fahren wir im Licht der untergehenden Sonne los zurück Richtung City und werden mit weiteren Kängurus am Straßenrand belohnt. Kurz bevor die Sonne das Meer küsst und völlig verschwindet, sind wir am Chinaman’s Peak, dem Spot für Sunsets in Kalbarri angekommen – perfektes Timing.

Kalbarri National Park Vegetation
Und dann sitzt da im Gebüsch auf einmal noch ein Känguru!
Achtung Känguru
Australien pur: Achtung, Känguru!
Sonnenuntergang am Chinaman's Peak
Sonnenuntergang am Chinaman’s Peak

Zum Dinner grillen uns die beiden Männer heute unten am Strand am Public BBQ Steaks, Würstchen und Spargel und so lassen wir den Tag mit lieben Menschen aus der Heimat bei einem grandiosen Abendessen ausklingen, bevor wir in das große, weiche und gut riechende Bett fallen. Gute Nacht, Outback!

Tag 9 – Mit Vollgas ins neue Jahr | Quadbike-Safari

Start your day right and end your year even better! Heute ist der große Tag der Quadbike-Safari durch‘s Outback, die Einlösung meines Geburtstagsgeschenks. Wir kommen etwas zu spät, weil die Murchison House Station, unser Treffpunkt, irgendwo im Nirgendwo liegt. Entgegen unserer Erwartungen findet unsere Rangerin (Ekelfaktor 9 von 10 – ich weiß gar nicht, was ich zuerst gesehen habe, der unten raushängende, vor Fett schwabbelnde Bauch oder die Barthaare am Kinn) das gar nicht so „no worries“. Nach einer kurzen Einweisung geht’s dann schon ab auf die Teststrecke. Mein Puls steigt, wie war das nochmal mit Gas, Schalten und Bremsen? Ach egal, wird schon schiefgehen. Geht es auch und so laufen die zwei Kilometer im Probetempo bei allen so gut, dass wir direkt losflitzen. Ab ins Outback! Es ist 9 Uhr und die Sonne knallt vom Himmel. Die Motoren scheppern bei bis zu 60km/h unter uns, das Quad gleitet durch den roten Sand, hüpft über Bumps und um die Kurven und der Staub fliegt uns um die Ohren.

Quadbike Safari Outback Australien
Ready to roll: Unsere Quads für die Outback-Safari
Quad fahren Kalbarri
Top Things to do in Kalbarri: eine Quad-Safari durch das Outback.
Quadfahren Australien
Mit Vollgas hinterher!
Quad Kalbarri
Kängurus im Outback Australien
Vorbei an Känguru-Familien – bei näherem Hinsehen erkennt ihr das Junge im Beutel der Mutter.
Outback Australia West
Typisches Outback-Motiv: Australiens Westen
Ausblick auf das Outback bei Kalbarri
Das Outback bei Kalbarri – rot, grün, heiß!
Quad Fahren Australien
…felsig, rau und noch heißer!

Immer wieder machen wir Stopps und die Rangerin erzählt über das Land, die Leute, die Natur. Das Land gehörte einem indischen Prinzen mit einem Faible für Militär, überall stehen Panzer Wracks und Kanonen. Seltsames Bild im australischen Outback, wo sonst nur roter Sand und Felsen dominieren. Dieses Land scheint endlos und wir teilen es mit den vorbeihüpfenden Kängurus. Was für ein Erlebnis! Wir sind vom Scheitel bis zur Sohle voller Dreck und lassen diese einzigartige Erinnerung bei einem Smoothie und einem Eiskaffee im The Gorges Café sacken. Ein Café, in dem Breastfeeding ausdrücklich erwünscht ist. Ach Australien, du bist einfach der Knaller!

Für den großen Silvesterabend kaufen wir im Jetty Seafood Truck direkt am Hafen frischen Fisch, die drei Restaurants in Kalbarri sind nämlich restlos ausgebucht. Gerade als wir unser grandioses NYE Dinner vorbereiten, klingelt es an der Tür: die Besitzerin des Apartments, die droht uns rauszuwerfen. Whaaaat? Ups, wir hatten vergessen, Caren und Alex anzumelden. Manu kann sie aber beruhigen und so können wir ganz entspannt unser Silvester-Dinner starten. Zum Nachtisch kredenzen uns die beiden Besucher typisch australische Schäumle-Sahne-Törtchen namens Pavlova. Perfekt. Kurz vor Mitternacht wollen wir es nochmal wissen und machen uns auf den Weg ins „Zentrum“ von Kalbarri. Auf dem Fußweg grüßen uns die Feierwütigen aus den Vorgärten. Im ersten Pub ist Redneck-Alarm vom Feinsten. Eine Liveband hält die Besoffenen jeder Altersklasse in Schuss und wir fühlen uns mehr wie im Kino. Mehr Alkohol muss her, also Drink wegkippen und weiterziehen. Es gibt schließlich noch einen zweiten Pub in Kalbarri. Hier ist die Stimmung nicht weniger gut, der Alkoholpegel nicht niedriger. Draußen spielt eine Band Popmusik zum Mitgrölen, drinnen läuft Hardcore Techno, kurz vor 12 stürmen alle an die Bar. Dann ein Countdown von 10 abwärts, und dann? Ein kurzes Happy New Year durch’s Mikro und weiter geht’s. Wieder ab in die Bar, weiter tanzen, grölen, und Ende! Was war das denn? Ist das alles? Als um 0.30 Uhr die letzte Getränkerunde über die Theke geht, wissen wir es: Hier werden kurz nach Mitternacht die Bordsteine hochgeklappt. Alles aus, alles dicht – im wahrsten Sinne des Wortes. In Begleitung einer kleinen Känguru-Familie, die für die kurze Party mehr als entschädigt, starten wir mit dem Heimweg ins Apartment ins neue Jahr.

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